Pressemeldungen

29.11.2016
„Pflegeskandal in der Seniorenresidenz Gleusdorf “- Freie Wähler fordern sofortige Konsequenzen

„Wenn keine der Kontrollen Anlass zur Beanstandung gab, dann muss offenbar grundlegend über die gesetzlichen Grundlagen nachgedacht werden“, dieser Schluss liegt für die FW-Landtagsabgeordneten Dr. Hans-Jürgen Fahn und Dr. Helmut Bauer nahe, nachdem sie die Berichterstattung über die Vorfälle in der Seniorenresidenz Gleusdorf verfolgt haben.

Fahn ist Stimmkreisbetreuer für den Landkreis Haßberge und Mitglied des Sozialausschusses im Landkreis Haßberge „und ich bin bestürzt über diesen offensichtlichen Pflegeskandal“, erklärt er.

Fahn geht zwar davon aus, dass es sich hier um einen extremen Einzelfall handelt, doch er stellt die Frage, wie es bei den vorgegebenen Kontrollmechanismen überhaupt so weit kommen konnte. Leider müsse man angesichts der nicht mehr zeitgerechten Vorgaben und knappe finanzielle Ausstattung damit rechnen, dass es eine gewisse Dunkelziffer an Pflegemissständen gebe, „aber ein solches Ausmaß ist unerträglich“, erklärt Fahn.

Erschreckend findet Fahn, dass alte Menschen, welche sich vertrauensvoll in die Obhut solcher Heime begeben, um einen menschenwürdigen Lebensabend zu verbringen, oft als Ware gesehen werden, welche möglichst gewinnbringend vermarket wird. Gewinnerzielung sei hier das falsche Ziel, denn es gehe um eine soziale Aufgabe, der großes Vertrauen zugrunde liege.

Fahn fordert daher nachhaltig, dass die Kontrollsysteme auf den neuesten Stand gebracht werden. „Es kann nicht sein, dass mehrere Kontrollsysteme neben einander so wie im Beispiel Gleusdorf keine Missstände feststellen“, so Fahn. Auch fordert er, dass die Politik zusammen mit den Leistungserbringern vor Ort und den Sozialverbänden die derzeitigen Regelungen nachhltig überarbeiten.

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Mitglied im Ausschuss für Gesundheit und Pflege Dr. Peter Bauer unterstützt die Vorschläge seines Kollegen Dr. Fahn in vollem Umfang. Die Vorfälle der letzten Monate wie Betrug bei der ambulanten Pflege in Berlin und jetzt schwere Misstände in stationären Pflegeheimen sind für ihn ein Warnsignal: „So darf es auf keinen Fall weitergehen. Die Pflege muss vor kriminellen Machenschaften wirksam geschützt werden und die pflegebedürftigen Menschen müssen im Mittelpunkt stehen“, erklärt Bauer.